Zu viel Hebel – das ist passiert

Zu viel Hebel – das ist passiert


Der Kryptomarkt steht aktuell klar unter Druck. Zwar gibt es intraday eine kleine Gegenbewegung, doch insgesamt überwiegt die Schwäche. Ethereum (ETH) konsolidiert knapp unter 4.000 US-Dollar und verzeichnet auf Wochensicht rund 12 % Verluste. Die Marktstimmung hat sich spürbar eingetrübt: Der Fear-and-Greed-Index liegt laut CoinMarketCap bei 32 Punkten und signalisiert zunehmende Angst. Zuletzt war der Markt von übermäßigem Hebel geprägt – genau das wurde nun aufgelöst. Doch was könnte jetzt für ETH folgen? 

Ethereum erlebt Mega-De-Leveraging: Erst Long, bald Short? 

Im Ethereum-Markt kommt es derzeit zu einem markanten De-Leverage-Ereignis. Nach Wochen starker Kursentwicklung hatten viele Marktteilnehmer zunehmend auf gehebelte Positionen gesetzt. Diese Überhitzung wurde nun abrupt beendet: Das durchschnittliche monatliche Open Interest fällt deutlich, insbesondere auf großen Handelsplätzen wie Binance.

Die Daten von CryptoQuant zeigen, dass Binance am 23. September einen Rückgang von mehr als drei Milliarden US-Dollar verzeichnete, nur einen Tag später wurden weitere eine Milliarde US-Dollar abgebaut. Auch Bybit meldete einen Rückgang von rund 1,2 Milliarden US-Dollar, während OKX etwa 580 Millionen US-Dollar verlor. Solch starke Bewegungen deuten darauf hin, dass Liquidationen in großem Stil das Marktumfeld bereinigen.

Historisch betrachtet wirken derartige Resets oft wie ein Ventil: Nach Phasen übermäßiger Hebelung kommt es zu Korrekturen, die das Open Interest deutlich zurückfahren. In der Folge nimmt der Verkaufsdruck ab, wodurch sich die Märkte stabilisieren können. Für Ethereum könnte dies mittelfristig die Grundlage für eine neue Aufwärtsbewegung schaffen, getragen von einer gesünderen Marktstruktur ohne übermäßige Spekulation.

Der hiesige Krypto-Analyst $0uL sieht nach den massiven Long-Liquidationen nun die Short-Seite im Fokus. Seiner Einschätzung nach könnte Ethereum in Kürze die größte Welle an Short-Liquidationen seit Monaten erleben. Ein solches Szenario würde die Bären zwingen, ihre Positionen einzudecken, was zusätzlichen Kaufdruck erzeugt. Dadurch entstünde die Möglichkeit eines Short-Squeeze, der eine kräftige bullische Bewegung auslösen könnte. Nach den Long-Liquidationen könnte der Markt die Short-Positionen in den Fokus nehmen. 

Analyst warnt vor massivem Crash: ETH-Supply bleibt stabil 

Dennoch sieht manch ein Experte erst den Anfang einer größeren Korrektur. Der Analyst Broke Doomer zeichnet ein klar bearisches Bild für Ethereum. Er hält es für möglich, dass die Kryptowährung noch bis in den Bereich von 2.000 US-Dollar fallen könnte – ein Rückgang von rund 50 Prozent gegenüber den aktuellen Kursen. Damit sieht er erheblich mehr Abwärtspotenzial als viele andere Marktteilnehmer, die meist nur mit einer moderaten Korrektur rechnen. 

Aus seiner Sicht ist der jüngste Bruch der Trendlinie ein ernstes Warnsignal, das Ethereum aus dem bullischen Bereich gedrängt hat. Solche Stimmen verdeutlichen, dass die Bären trotz kurzfristiger Gegenbewegungen keineswegs aufgegeben haben. 

Die jüngsten Daten zur Metrik „Exchange Net Position Change“ zeigen, dass Ethereum weiterhin in größerem Umfang von zentralisierten Börsen abgezogen wird. Dieser anhaltende Trend signalisiert, dass Investoren ihre Bestände verstärkt in Cold Wallets oder für langfristige Verwahrung verschieben. 

Solche Abflüsse reduzieren das an Börsen verfügbare Angebot und können damit den Verkaufsdruck dämpfen. Gerade in Phasen schwächerer Kurse wirkt diese Entwicklung unterstützend, da weniger Liquidität für kurzfristige Verkäufe zur Verfügung steht.  

ETH Supply on Exchange – Quelle: Glassnode

Auch wenn die Marktstimmung derzeit angeschlagen bleibt, deutet der kontinuierliche Rückzug von Ethereum auf eine stabilere Angebotsseite hin.





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