Hurra, hurra, die Wall Street brennt – Elon Musk der Brandstifter in der GameStop-Affäre?

Je nachdem, wie man die GameStop-Affäre bewertet, bei der Kleinanleger die großen Jungs von der Wall Street um 6 Mrd. US-Dollar ärmer machen konnten, sieht man Elon Musk entweder als Helden oder als Schurken. Eine entsprechend tragende Rolle wird dem berühmt-berüchtigten Unternehmer nun aus der Finanzbranche zugeschrieben.

David Einhorn, der Gründer des Hedgefonds Greenlight Capital, bezichtigt den Tesla-Chef und selbst ernannten „Technoking“ Musk in einem neuen Rundbrief an seine Investoren, im entscheidenden Moment „Öl ins Feuer“ gegossen zu haben, als der Aktienmarkt wegen GameStop angefangen hatte, zu brennen.

So sieht Einhorn Elon Musk und Social Investor Chamath Palihapitiya als die Brandbeschleuniger hinter dem Short-Squeeze, die mit ihren Tweets und TV-Auftritten „erst so richtig das Öl ins Feuer“ gegossen hätten.

Zur Erinnerung: Kleinanleger hatten sich in dem Reddit-Unterforum r/Wallstreetbets zum gemeinschaftlichen Kauf der Aktie des Videospielhändlers GameStop verabredet. Das Wertpapier war zuvor von Hedgefonds mit der Absicht auf Gewinne gedrückt worden. Durch den gleichzeitigen Kauf der Kleinanleger schoss die Aktie dann in die Höhe, woraufhin die Hedgefonds ihre Short-Positionen abverkaufen mussten, um Verluste zu verhindern. Dadurch stieg der Kurs der Atkie immer weiter, es trat ein sogenannter „Squeeze“, also eine plötzliche Verknappung, ein.

„Wir wollen anmerken, dass durch die TV-Auftritte und Tweets von Chamath Palihapitiya und Elon Musk zu einem kritischen Zeitpunkt erst so richtig Öl ins Feuer des GME-Squeezes gegossen wurde, das die Situation weiter destabilisiert hat“, wie der Hedgefondsmanager laut Markets Insider schreibt.

Tatsächlich hatte Musk den „Short-Squeeze“ der GameStop-Aktie scheinbar weiter befeuert, denn als die GME am 26. Januar plötzlich um 91 % nach oben geschossen war, postete er auf Twitter den Link von r/Wallstreetbets und dazu das von den Kleinanlegern bemühte Meme „Gamestonk!!“, das als eine Art Schlachtruf der Foristen diente.

In den nachfolgenden 24 Stunden schoss die GME-Aktie weitere 134 % in die Höhe, was eine Steigerung von 147 US-Dollar auf 347 US-Dollar einbrachte. Bis zum 28. Januar konnte das Wertpapier dann sogar auf ein neues Rekordhoch von 483 US-Dollar klettern, was eine massive Steigerung von 18.693 % im Vergleich zum Kursstand neun Monate zuvor war.

Der soziale Investor Palihapitiya machte seine Unterstützung für die Kleinanleger, die die Kursexplosion ausgelöst hatten, wiederum am 27. Januar deutlich, als er im Interview mit CNBC meinte, dass die GameStop-Affäre ein Zeichen dafür sei, dass sich der Kleine Mann gegen die großen Jungs von der Wall Street auflehnt.

Ein Umstand, der bei Einhorn scheinbar Schnappatmung hervorruft, denn der Hedgefondsmanager befürchtet, dass in der Gesellschaft nun „quasi eine Art Anarchie“ herrscht, denn es hätte sich in der Affäre gezeigt, dass die Regulierungsbehörden letztendlich machtlos sind. Dementsprechend würden für Menschen wie Elon Musk inzwischen „keine Regeln mehr gelten“.

Vielmehr sieht er die Situation so, als ob Haushaltskürzungen bei den Polizeibehörden vorgenommen wurden: „Die Leute, die aus welchen politischen Motiven auch immer, Haushaltskürzungen bei der Polizei gefordert und durchgesetzt haben, haben nun auch die Regulierungsbehörden geschwächt und nahezu machtlos gemacht.“



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