Libra hat uns zur Auseinandersetzung mit Digitalwährungen gezwungen

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Der ehemalige Abteilungsleiter für Zahlungsabwicklungen bei der japanischen Zentralbank gibt zu, dass Facebook Libra die Zentralbanken der Welt dazu gezwungen hat, sich ernsthaft mit Digitalwährungen zu beschäftigen.

Die entsprechenden Äußerungen hat Hiromi Yamaoka, der bei der Bank of Japan selbst für die Forschung an Digitalwährungen verantwortlich war, am 22. Januar gemacht, wie Reuters berichtet. Yamaoka ist auf diesem Gebiet weiterhin als Berater für Zentralbanken auf der ganzen Welt tätig.

Zudem ist er momentan Aufsichtsratsmitglied der IT-Beratungsfirma Future Corp.

Wettrennen um Digitalwährungen

Wie gestern bereits berichtet, haben sich die Zentralbanken aus Kanada, Großbritannien, Japan, Schweden, der Schweiz und der EU gemeinsam mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zusammengetan, um eine Arbeitsgruppe zur Erforschung von Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs) zu gründen.

Daran ist ersichtlich, dass die Einschätzung von Yamaoka wohl zutreffend ist. So scheint es mittlerweile ein regelrechtes Wettrennen zwischen Regierungen und der Privatwirtschaft zu geben, was das Geld der Zukunft angeht:

„Bei dieser neuen Arbeitsgruppe geht es nicht nur darum, Informationen zu teilen, sondern es ist gleichzeitig der Versuch, Projekten wie Libra Einhalt zu gebieten (…) Die großen Zentralbanken wollen unter Beweis stellen, dass sie sich ebenfalls darum bemühen, das Zahlungssystem durch digitale Technologie zu verbessern.“

Während Facebook Libra die Finanzinstitute der Welt einerseits dazu zwingt, ebenfalls die Kosten für Transaktionen möglichst zu verringern, gehen mit der Facebook Kryptowährung andererseits auch noch grundlegendere Fragen einher, was die Hoheit von Regierungen über die Schöpfung von Geld angeht.

Allerdings sieht Yamaoka bereits erste Zweifel aufkommen, was die Umsetzung von Geldpolitik durch Zentralbank-Digitalwährungen betrifft:

„Unter den Zentralbankern scheint der Glaube daran, dass CBDCs die Durchsetzung von geldpolitischen Maßnahmen verbessern können, nachgelassen zu haben. Es kommen immer mehr Zweifel daran auf, ob Negativzinsen ein sinnvolles geldpolitisches Werkzeug sind. Und falls dem nicht so sein sollte, will man dann Digitalwährungen einführen, um eine fragwürde Strategie durchzusetzen?“

Nichtsdestotrotz wäre es, unabhängig davon, für Zentralbanken zunächst wichtig, sich mit Digitalwährungen zu beschäftigen.

Denn anstatt über die möglichen Auswirkungen eigener Zentralbank-Digitalwährungen auf die Geldpolitik zu spekulieren, hätten Zentralbanken vielmehr ein Eigeninteresse an der Herausgabe von CBDCs, um ihren Einfluss auf die Geldpolitik überhaupt aufrecht zu erhalten:

„Wenn die eigenen geldpolitischen Maßnahmen wirken sollen, dann muss man sicherstellen, dass die Menschen auch die Währung nutzen, die man selbst herausgibt.“



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